Der Modelhubschrauber, eine der Königsklassen des Modellbaus

Eine der Königsklassen des Flugmodellbaus stellt zweifellos der Bau und Betrieb eines Modellhubschraubers dar. Bereits der Aufbau fordert den Enthusiasten heraus, seine Kenntnisse aus den Bereichen Aerodynamik, Mechanik und Modellbau durch handwerkliches Geschick und hochpräzises Arbeiten in die Praxis umzusetzen.

Eine weitere Herausforderung für den Piloten ist das Beherrschen dieses relativ komplexen Fluggerätes. Im Gegensatz zu einem Flugzeug handelt es sich nämlich beim Hubschrauber um ein instabiles Fluggerät, was ständig für den Piloten völlig unberechenbar ist, und nach einer beliebigen Seite auszubrechen versucht.

Zum Steuern hat der Pilot vier Funktionen, die er gleichzeitig und völlig unabhängig voneinander einsetzen muss, ähnlich wie ein Jongleur, der auf dem Kopf, den beiden Zeigefingern und einer Fußspitze gleichzeitig vier Bälle jongliert.

Beim Trainerheli steht weniger das originalgetreue Aussehen als vielmehr die gute Zugänglichkeit der Mechanik und ein geringes Gewicht im Vordergrund. So beschränkt sich beim Trainer die Rumpfverkleidung auf eine zweckmässige, aber sehr einfache Kunststoffabdeckung, die meist nur im vorderen Bereich der
Mechanik angebracht ist. Der hintere Mechanikteil sowie der komplette Heckausleger sind in der Regel unverkleidet ausgeführt. Somit sind Einstell- und Wartungsarbeiten leicht durchzuführen.

Trainer sind bei Einsteigern genauso beliebt wie bei 3D-Spezialisten. Letztere sind Vollprofis, die ihre Hubschrauber mit atemberaubenden Kunststücken durch die Luft wirbeln und die Gesetze der Physik
ausser Kraft zu setzen scheinen: Überschläge, Rückwärtsflüge, viereckige Loopings und dergleichen
mehr stehen auf der Tagesordnung.

Innerhalb des Trainerbereichs gibt es bzgl. Grösse und technischer Ausstattung grosse Unterschiede. Einsteiger-Trainer sind flugfertig bereits für unter Fr 1000.- zu bekommen, während Wettbewerbsmaschinen leicht mehrere tausend Franken verschlingen können.

Beim Rumpfmodell hingegen stehen originalgetreues Aussehen und ein vorbildgetreuer Flugstil im Vordergrund. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Scale- Hubschraubern (engl. "scale": massstabsgetreu). Auch hier gibt es wieder grosse Unterschiede im Bereich der Bauausführung.

Die meisten Rumpfhubschrauber bezeichnet man als semi-scale, sie sind äusserlich einem bestimmten Hubschraubermuster nachempfunden, ohne jedoch aus der Entfernung sehen bereits Semi-Scale Modelle ihrem grossen Vorbild zum Verwechseln ähnlich.

Dem wahren Scale- Enthusiasten sind dagegen so gut wie keine Grenzen gesetzt. Er kann sein Vorbild nahezu beliebig exakt nachbauen und sich in kleinsten Details verlieren: angefangen bei der exakten Nachbildung der Nietenreihen über die originalgetreue Beleuchtung bis hin zu den Lüftungsgitterrillen gibt es nahezu nichts,
was man nichtberücksichtigen könnte.

Bei uns im Verein haben wir fast keine Heli-Piloten mehr als Mitglieder.